Was die bekannten Studien sagen
Wir sagen es gleich vorweg: Von allen Stellschrauben auf LinkedIn ist die Uhrzeit die kleinste. Trotzdem ist die Frage berechtigt, und es gibt Daten dazu. Die zwei meistzitierten Quellen haben wir uns genauer angeschaut.
Sprout Social (März 2026) | Hootsuite (November 2025) | |
|---|---|---|
Datenbasis | knapp 2 Mrd. Interaktionen aus 307.000 Profilen, über mehrere Netzwerke, erhoben 27.11.2025 bis 27.02.2026 | über 1 Mio. Posts, Zeiten für 118 Länder lokalisiert |
Beste Zeit laut Studie | Dienstag 11–17 Uhr, danach Mittwoch 11–16 Uhr und Donnerstag 13–17 Uhr | Dienstag und Mittwoch 8–9 Uhr; für Mitteleuropa Donnerstag 19 Uhr |
Wochenende | lieber meiden | schwächste Tage |
Was man wissen sollte | Daten von Sprout-Kunden, nicht von LinkedIn insgesamt | widerspricht sich im eigenen Artikel (an anderer Stelle 4–6 Uhr morgens) |
Quellen: Sprout Social und Hootsuite.
Dienstag bis Donnerstag, das ist der kleinste gemeinsame Nenner. Bei der Uhrzeit liegen die beiden Studien dagegen Stunden auseinander. Sprout sagt späterer Vormittag bis Nachmittag, Hootsuite sagt früher Morgen und nennt für unsere Zeitzone ausgerechnet Donnerstagabend.
Das liegt nicht daran, dass eine der beiden schlampig gearbeitet hat (na ja, ein bisschen vielleicht, siehe Hootsuite). Es liegt an der Methode. Beide werten Konten ihrer eigenen Kunden aus, quer durch alle Branchen und Länder, und bilden daraus einen Durchschnitt. Ein Steuerberater, der Handwerksbetriebe erreichen will, hat aber ein anderes Publikum als eine Recruiting-Agentur, die HR-Leiter in Konzernen anspricht. Der Durchschnitt aus beiden beschreibt am Ende niemanden so richtig.
Sprout schreibt das übrigens selbst: Die Zeiten seien eine Ausgangsbasis, prüfen müsse man das am eigenen Publikum.
Warum die Uhrzeit der kleinste Hebel ist
Bei einem Partner aus dem E-Commerce-Umfeld haben wir die Postingzeiten über mehrere Wochen nebeneinandergelegt, und das Ergebnis war ziemlich ernüchternd für alle Uhrzeit-Regeln.
Sein bis dahin bester Post ging an einem Mittwoch um 19:19 Uhr raus. Also zu einer Zeit, von der die meisten Ratgeber abraten würden. Einige seiner schwächsten Posts liefen dagegen mittags, genau im angeblichen Sweet Spot: ein Montag um 13:42 Uhr mit 1.148 Impressions, ein Freitagnachmittag mit 624.
Was die Posts tatsächlich unterschieden hat, war das Thema. Der starke Post stellte eine Frage, bei der man sich auf eine Seite schlagen musste. Die schwachen erzählten von einem Erfolg oder wollten Zahlen wissen, die niemand öffentlich teilt.
Daraus folgt jetzt nicht, dass Sie abends posten sollten. Für genau diesen Partner planen wir inzwischen fest mittags unter der Woche, weil seine Zielgruppe dann am Schreibtisch sitzt und weil ein fester Slot im Alltag schlicht besser funktioniert als jedes Mal neu zu überlegen.
Dazu kommt etwas Technisches. Der LinkedIn-Feed ist standardmäßig nicht chronologisch sortiert, sondern nach Relevanz, die chronologische Ansicht muss man laut LinkedIn-Hilfe erst umstellen. Ob Ihr Post um 8:00 oder um 9:30 Uhr erscheint, spielt deshalb weniger Rolle als bei einer Timeline, die streng nach Zeit läuft. Gute Posts sammeln bei uns oft noch zwei, drei Tage lang Reichweite. Mehr zu den Hintergründen steht im Artikel über den LinkedIn Algorithmus 2026.
So finden Sie Ihren eigenen besten Zeitpunkt
Erst überlegen, wann Ihre Leser lesen
Klingt banal, wird aber fast nie gemacht. Ein Geschäftsführer im Mittelstand scrollt vielleicht um halb acht vor dem ersten Termin oder in der Mittagspause. Wer Schichtleiter in der Produktion erreichen will, hat ganz andere Zeitfenster. Und wer im Agenturumfeld unterwegs ist, kennt das: Da wird abends noch gelesen, mal ehrlich, oft auf der Couch.
Dann vier Wochen lang einen festen Slot
Wählen Sie eine Uhrzeit und bleiben Sie etwa vier Wochen dabei. Danach verschieben Sie um zwei, drei Stunden und vergleichen wieder vier Wochen. Zwei Regeln dabei:
Bewerten Sie einen Post frühestens nach vier bis fünf Tagen, nicht nach einer Stunde. Wir haben selbst schon Posts zu früh abgeschrieben.
Schauen Sie auf den Median Ihrer Posts im jeweiligen Zeitraum statt auf den einen Ausreißer. Das Thema schwankt stärker als jede Uhrzeit, ein einzelner Treffer verzerrt das Bild komplett.
Neben den Impressions lohnt der Blick auf die Profilaufrufe, weil die eher zeigen, ob die richtigen Leute gelesen haben. Wie man die Zahlen sinnvoll liest, erklären wir im Artikel zu LinkedIn Analytics.
Wie oft sollte man auf LinkedIn posten?
Hier gibt es tatsächlich belastbarere Daten als zur Uhrzeit. Buffer hat über zwei Millionen Posts von mehr als 94.000 Konten ausgewertet und dabei jedes Konto mit sich selbst verglichen. In Wochen mit zwei bis fünf Posts bekamen die Konten im Schnitt 1.182 Impressions mehr pro Post als in Wochen mit nur einem. Bei noch mehr Posts stieg der Wert weiter, der größte Sprung kommt aber am Anfang.
Zwei Einschränkungen gehören dazu. Buffer verkauft ein Planungstool und hat ein Interesse daran, dass Sie viel posten. Und es sind Beobachtungsdaten, keine Experimente.
Wir planen bei unseren Partnern drei Posts pro Woche, also zwölf im Monat. Elf pro Woche, wie die Spitzengruppe bei Buffer, wären für Unternehmer weder machbar noch sinnvoll, schon weil jeder Post vor der Veröffentlichung freigegeben wird und das neben dem Tagesgeschäft passieren muss. Einer pro Woche reicht kaum, um im Kopf der Leute zu bleiben, und man lernt dabei viel zu langsam, was funktioniert.
Regelmäßigkeit schlägt Uhrzeit
Das eigentliche Problem der meisten Unternehmer ist nicht 10 Uhr oder 14 Uhr. Es ist der Januar, in dem man mit fünf Posts pro Woche startet, und der März, in dem seit drei Wochen nichts mehr kam. Vielleicht kennen Sie das. Wer ein halbes Jahr lang jede Woche zweimal postet, hat am Ende mehr erreicht als jemand, der sechs Wochen lang Vollgas gibt und dann wieder abtaucht.
Lassen Sie Luft zwischen den Posts
Ein Punkt, den wir bei Partnern immer wieder sehen, auch wenn wir ihn nicht beweisen können: Zwei Posts zu dicht hintereinander schaden sich gegenseitig. Als ein Partner einmal drei Posts in fünf Tagen veröffentlicht hat, lief keiner davon richtig. Und ein Post, der drei Tage nach seinem bis dahin stärksten Beitrag kam, blieb weit unter seinem Schnitt. Unsere Erklärung, mehr ist es nicht: Der erste Post sammelt noch Reichweite, und der zweite konkurriert bei denselben Lesern um Aufmerksamkeit.
Bei drei Posts pro Woche ist Montag, Mittwoch, Freitag das simpelste Raster. Dienstag und Donnerstag plus ein frei gewählter dritter Tag geht genauso. Hauptsache, dazwischen liegt möglichst ein Tag ohne neuen Post.
Und jetzt?
Suchen Sie sich ein Raster, das Sie ein halbes Jahr durchhalten. Die Zeit, die Sie bisher ins Grübeln über die perfekte Uhrzeit gesteckt haben, ist im ersten Satz Ihres nächsten Posts besser aufgehoben.
Genau das übernehmen wir bei unserem LinkedIn Ghostwriting. Drei Posts pro Woche sind fest eingeplant, Sie geben jeden vorher frei. Einmal pro Woche gibt es einen KPI-Check, per Call oder als Report, und dabei schauen wir auch, ob der Zeitpunkt zu Ihrer Zielgruppe passt.
Profil-Slogan-Check
Wie gut ist Ihr Slogan? Einfügen, testen, in zehn Sekunden wissen Sie es. Kostenlos.
Zum Slogan-Check →