Wir sagen das mit einer gewissen Selbstkritik. Am Anfang haben auch wir jede große Impressions-Zahl gefeiert, als wäre damit schon ein Vertrag unterschrieben (war er natürlich nicht).
Wo finden Sie Ihre LinkedIn-Analysen?
LinkedIn hat die Statistiken für persönliche Profile in den letzten Jahren mehrfach umgebaut, deshalb stimmen viele Anleitungen im Netz nicht mehr. Stand November 2026 kommen Sie so hin: oben auf „Ich“ klicken, dann „Profil anzeigen“, und auf Ihrem Profil gibt es einen Bereich mit Analysen. Von dort kommen Sie zu Ihren Inhalten und Followern, die Profilaufrufe stehen meist direkt daneben. Laut LinkedIn-Hilfe haben alle Mitglieder Zugriff darauf, einen speziellen Modus brauchen Sie dafür nicht.
Für einen einzelnen Post klicken Sie unter dem Beitrag auf die Zahl der Impressions. Dann öffnet sich die Analyse dieses Posts.
Welche Zahlen zeigt LinkedIn Ihnen?
Die folgende Übersicht basiert auf den Angaben der LinkedIn-Hilfe. Die rechte Spalte ist unsere Einschätzung aus der Arbeit mit Partnern.
Kennzahl | Was sie misst | Wie viel sie Ihnen als Unternehmer sagt |
|---|---|---|
Impressions | wie oft ein Post auf einem Bildschirm angezeigt wurde, laut LinkedIn eine Schätzung | wenig, als Trend über Wochen ganz brauchbar |
Mitglieder erreicht | wie viele verschiedene Personen den Post gesehen haben, Mehrfachansichten zählen nicht | ehrlicher als Impressions |
Innerhalb / außerhalb des Netzwerks | Anteil der Impressions von Kontakten und Followern bzw. von Fremden | viel, wenn Sie neue Leute erreichen wollen |
Interaktionen | Reaktionen, Kommentare, Reposts, Speichern und Senden | Kommentare sagen mehr als Likes |
Profilaktivität | wie viele über den Post auf Ihr Profil kamen oder Ihnen gefolgt sind | sehr viel |
Profilaufrufe | Besuche auf Ihrem Profil, kostenlos sehen Sie die drei letzten Besucher aus 90 Tagen | sehr viel, vor allem wer da war |
Follower | Gesamtzahl und Zuwachs im Zeitraum | mittel, wenn die Richtigen folgen |
Demografie | Top-Merkmale der Leser, etwa Jobtitel, Branche, Standort, Unternehmensgröße | viel, zeigt, ob die Zielgruppe mitliest |
Ein paar Details, die beim Lesen helfen. Den Zeitraum können Sie von sieben Tagen bis zu einem Jahr einstellen, in der Post-Tabelle stehen aber Gesamtwerte seit Veröffentlichung. Die Demografie zeigt LinkedIn erst ab einer gewissen Zahl erreichter Mitglieder, und zwar als Prozentwerte, die bewusst leicht verrauscht sind, damit niemand einzelne Leser identifizieren kann. Bei kleinen Posts bleiben manche Felder deshalb einfach leer. Und wer sehen will, wer sein Profil besucht hat, bekommt mit dem Basis-Konto nur die drei letzten Namen, Premium zeigt bis zu 365 Tage.
Engagement Rate auf LinkedIn: Wie rechnet man sie, und was ist gut?
Für persönliche Profile zeigt LinkedIn keine Engagement Rate an. Sie rechnen sie selbst, und das ist eigentlich simpel.
Die Formel
Engagement Rate = Interaktionen ÷ Impressions × 100
Als Interaktionen zählen mindestens Reaktionen, Kommentare und Reposts. LinkedIn selbst rechnet in seiner Summe der Interaktionen auch Speichern und Senden mit ein, viele Tools lassen das weg. Für Ihre eigenen Vergleiche ist das egal, solange Sie immer gleich rechnen.
Ein Beispiel aus unserem eigenen Profil: Ein Post hatte 29.373 Impressions. Darunter standen 208 Reaktionen und 332 Kommentare, geteilt wurde er 16-mal. Das ergibt 556 Interaktionen, also eine Engagement Rate von rund 1,9 %. Klingt mittelmäßig. Für uns war es trotzdem ein richtig guter Post, weil mehr Leute kommentiert als nur reagiert haben.
Was ist eine gute Engagement Rate?
Die Studie von Metricool aus 2026 mit über 670.000 Posts nennt für persönliche Profile im Schnitt 2,60 %, für Unternehmensseiten 1,60 %. Andere Auswertungen kommen auf höhere oder niedrigere Werte, je nachdem, ob durch Impressions oder Follower geteilt wird und welche Interaktionen mitzählen. Feste Benchmarks würden wir deshalb nicht zu ernst nehmen.
Unser Beispiel oben zeigt auch, warum. Wenn ein Post weit außerhalb Ihres Netzwerks läuft, steigen die Impressions schneller als die Interaktionen, die Rate sinkt. Ein Post mit 300 Impressions und 15 Likes von Kollegen hat dagegen 5 %. Welcher von beiden Ihnen mehr bringt, ist ziemlich klar. Vergleichen Sie Ihre Rate also lieber mit Ihren eigenen Posts der letzten Monate, und schauen Sie zusätzlich auf die Zahl der Kommentare.
Warum Impressionen allein keine Rechnung bezahlen
Wir haben bei Partnern Zahlen gesehen, die sich gut auf einer Folie machen. Ein Account, der vorher praktisch bei null lag, kam auf 362.183 Impressions in 90 Tagen. Ein anderer Partner auf 829.721 Impressions in 28 Tagen. Darauf sind wir stolz, ehrlich gesagt.
Trotzdem ist das nicht die Zahl, die wir im Monatsgespräch zuerst anschauen.
Impressions sagen nur, dass ein Post auf Bildschirmen war. Ob dort jemand saß, der jemals bei Ihnen kaufen würde, sagen sie nicht. Ein viraler Post über ein Alltagsthema kann Hunderttausende erreichen und keine einzige Anfrage bringen, wenn vor allem andere LinkedIn-Schreiber und Studenten mitlesen.
Aussagekräftiger ist die Frage, wie viele Leute nach dem Lesen auf Ihr Profil gehen. Bei einem Partner kamen in sieben Tagen 1.302 Profilansichten zusammen, im selben Zeitraum hatte er 31.749 Impressions. Das sind rund 41 Profilbesuche auf 1.000 Impressions. Das ist eine Zahl, mit der man arbeiten kann. Sie zeigt, dass die Posts neugierig auf die Person machen, und dass das Profil danach überhaupt gefunden wird. Was Sie mit diesen Besuchern anfangen können und wie Sie herausfinden, wer sie sind, steht im Ratgeber zu LinkedIn-Profilbesuchern.
Auf welche Zahlen wir bei Partnern schauen
Bei gefragter. gibt es jede Woche einen KPI-Check, entweder als kurzen Call oder als Report, und einmal im Monat ein ausführlicheres Gespräch. Dabei schauen wir ungefähr in dieser Reihenfolge auf:
Anfragen und Gespräche, die über LinkedIn entstanden sind. Das steht in keiner Statistik, deshalb fragen wir aktiv danach.
Profilaufrufe, und zwar mit Blick darauf, wer da war. Ein Geschäftsführer aus der Zielbranche zählt mehr als zwanzig zufällige Besucher.
Kommentare von Leuten aus der Zielgruppe
erst danach Reichweite und Follower-Zuwachs, als Trend über mehrere Wochen
Bei einzelnen Posts schauen wir außerdem auf den Anteil außerhalb des Netzwerks. Wenn der über Wochen niedrig bleibt, redet ein Profil vor allem mit Leuten, die es schon kennt. Wie sich solche Zahlen bei Partnern über die Monate entwickelt haben, zeigen wir auf unserer Seite mit Ergebnissen.
Wer das alles allein im Blick behalten will, neben dem eigentlichen Geschäft, merkt schnell, dass die Analyse nicht das Problem ist. Das Problem ist, jede Woche Posts zu veröffentlichen, die überhaupt etwas Messbares erzeugen. Genau das übernehmen wir beim LinkedIn Ghostwriting, inklusive der Auswertung, damit Sie nicht nur Impressions sehen, sondern auch, ob die richtigen Leute anklopfen.
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