Die größte Werbefläche auf Ihrem Profil
Wenn jemand Ihren Kommentar unter einem Post liest und auf Ihren Namen tippt, landet er oben auf Ihrem Profil, und das Erste, was ihm ins Auge fällt, ist dieser breite Streifen über Ihrem Gesicht. Der Streifen ist mit Abstand die größte Fläche, die Sie auf LinkedIn selbst gestalten dürfen.
Bei den meisten Unternehmerprofilen, die wir uns ansehen, steht dort entweder gar nichts (das graublaue Standardmuster) oder eine Skyline. Gern Frankfurt in der Dämmerung. Manchmal ein Händedruck vor Glasfassade, den man auch auf der Website einer Versicherung finden würde.
Peinlich ist das nicht. Es ist nur verschenkt.
Wir geben zu, dass wir das Banner früher selbst als Deko behandelt haben, das macht man am Schluss, wenn Slogan und Info-Text fertig sind. Inzwischen sehen wir das anders herum. Der Slogan wird unter Kommentaren nach ein paar Wörtern abgeschnitten und muss sich auf dem Profil den Platz mit Name und Buttons teilen, das Banner hat seine Fläche für sich allein. Wer sie sauber belegt, beantwortet die Frage „Was macht die eigentlich?“, bevor der Besucher überhaupt scrollt.
Welche Maße hat ein LinkedIn Banner?
LinkedIn empfiehlt in der eigenen Hilfe zum Titelbild 1584 × 396 Pixel. Das ist ein Seitenverhältnis von 4:1, sehr breit und sehr flach, ungefähr wie ein Lineal.
Was | Wert laut LinkedIn | Was das für Sie heißt |
|---|---|---|
Empfohlene Größe | 1584 × 396 Pixel | Nicht kleiner anlegen, sonst wird es schnell unscharf |
Dateiformat | JPG oder PNG | Bei viel Text oder klaren Farbflächen lieber PNG |
Dateigröße | unter 8 MB | Reicht locker, solange Sie nicht in Druckqualität exportieren |
Profilbild | liegt links unten über dem Banner | Dort keinen Text und kein Gesicht platzieren |
Darstellung | ändert sich mit Fenstergröße und Bildschirm | Immer am Handy und am Laptop gegenprüfen |
Zwei Hinweise aus der LinkedIn-Hilfe finden wir bemerkenswert, weil sie kaum jemand liest. Der erste: Fotos sehen laut LinkedIn in der Regel besser aus als Bilder mit Logos. Das deckt sich mit dem, was wir bei unseren Partnern sehen, ein Banner, das nur aus dem Firmenlogo auf Weiß besteht, wirkt wie ein Briefkopf und nicht wie ein Mensch.
Der zweite: Mit bestimmten Premium-Abos können Sie statt eines Bildes eine Diashow hinterlegen. Brauchen Sie nicht. Kaum ein Besucher bleibt lange genug, um mehr als ein Bild zu sehen, und dann sollte das bitte das richtige sein.
Kleine Randnotiz, falls Sie mal live gehen: Während einer Übertragung mit LinkedIn Live ersetzt LinkedIn das Banner automatisch durch das Video, danach kommt Ihr Bild zurück.
Wo das Profilbild und das Handy dazwischenfunken
Das runde Profilbild schneidet links unten ein ordentliches Stück aus Ihrem Banner heraus. Alles, was dort steht, ist weg, auch wenn es in Canva noch so schön aussah.
Am Handy wird es unübersichtlicher. LinkedIn sagt selbst nur, dass die Darstellung je nach Fenstergröße und Bildschirmauflösung variiert, eine offizielle „sichere Zone“ mit Pixelangaben gibt es nicht. Die Werte, die in Vorlagen kursieren, passen deshalb mal und mal nicht, je nach Gerät. Wir verlassen uns lieber auf eine grobe Arbeitsregel: Text und alles, was erkannt werden soll, gehören in den Bereich rechts der Mitte, mit Luft nach oben und zu den Rändern. Die linke Hälfte darf ruhig leer bleiben, eine Farbfläche reicht.
Und dann der Test, den fast alle auslassen. Hochladen, auf dem eigenen Handy in der App öffnen, am Laptop einmal das Browserfenster schmal ziehen. Wenn Sie den Satz dann noch lesen können, ohne die Augen zusammenzukneifen, passt es.
Zur Schriftgröße noch so viel: Was am großen Bildschirm gut lesbar wirkt, ist auf dem Handy oft nur noch ein grauer Strich. Lieber eine Zeile groß als drei Zeilen klein.
Was auf ein gutes LinkedIn Hintergrundbild gehört
Eigentlich nur ein Satz. Der sagt, wem Sie wobei helfen, und zwar so konkret, dass sich die richtige Person wiedererkennt und die falsche merkt, dass sie nicht gemeint ist. „Beratung für den Mittelstand“ schafft das nicht. „Wir holen Online-Händler aus der Rabattfalle“ schon eher, weil eine Zielgruppe drinsteckt und ein Problem, das diese Leute wirklich haben.
Wenn Platz bleibt, kommt ein Beleg dazu. Eine Zahl, die Sie wirklich belegen können, oder eine Auszeichnung, die in Ihrer Branche jemand kennt. Einer reicht.
Optional ein Hinweis auf den nächsten Schritt, etwa „Erstgespräch: Link im Profil“ oder ein schlichter Pfeil Richtung Kontaktbereich. Das bringt allerdings nur etwas, wenn der Besucher weiter unten auch wirklich einen Weg findet, zum Beispiel einen Terminlink im Featured-Bereich. Ein Pfeil ins Leere ist schlimmer als gar keiner.
Ein Foto von Ihnen kann rein, muss aber nicht, Ihr Gesicht ist ja schon im Profilbild. Es lohnt sich dann, wenn das Foto etwas zeigt, was ein Porträt nicht kann, Sie auf einer Bühne vor Publikum etwa oder in der eigenen Lagerhalle zwischen den Paletten.
Was runter kann
Kleingedrucktes jeder Art. Was man im Vorbeiscrollen nicht lesen kann, liest keiner.
Die Logowand mit acht Kundenlogos. Auf diesem flachen Format wird daraus eine Briefmarkensammlung.
Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Website und Postanschrift auf einmal. Dafür gibt es die Kontaktinfos, dort sucht sie auch jeder.
Ihr Slogan, wortgleich wiederholt. Dann haben Sie dieselbe Botschaft zweimal und eine Chance verschenkt.
Motivationszitate (ehrlich, auch das von Steve Jobs).
Vier Banner-Ideen für verschiedene Branchen
Die folgenden Beispiele sind ausgedachte Konzepte, keine echten Profile. Sie sollen zeigen, wie unterschiedlich ein Banner aussehen darf, solange die Logik dahinter stimmt. Zahlen in eckigen Klammern ersetzen Sie durch Ihre eigenen, echten.
Steuerberaterin für Zahnarztpraxen
Ruhige Fläche in der Kanzleifarbe, links bewusst nichts. Rechts in großer Schrift: „Steuern für Zahnarztpraxen. Damit Sie sich um Patienten kümmern und nicht um Belege.“ Darunter etwas kleiner, aber noch gut lesbar: „[Zahl] Praxen betreut seit [Jahr]“. Kein Paragrafenzeichen und auch kein Taschenrechner. Die Zielgruppe in der ersten Zeile reicht, damit jede Zahnärztin weiß, dass sie gemeint ist.
E-Commerce-Berater für Marktplatzhändler
Hier funktioniert ein Foto. Er selbst, leicht von der Seite, in einem echten Lager, nicht in einem gemieteten Fotostudio. Rechts daneben der Satz: „Mehr Marge auf Amazon und OTTO, ohne mehr Werbebudget.“ Kein Beleg im Bild, dafür unten ein kleiner Pfeil und das Wort „Shop-Check“. Den Rest erklärt das Profil, das Banner muss nur neugierig machen.
IT-Dienstleister für Kanzleien und Praxen
Die übliche Version kennen Sie, blaue Netzwerklinien und ein leuchtendes Vorhängeschloss in der Mitte. Die bessere ist fast langweilig: ein echtes Teamfoto, vier Leute im eigenen Büro, darüber „IT für Büros mit 5 bis 50 Arbeitsplätzen. Wir gehen ans Telefon, wenn's brennt.“ Der zweite Satz ist der eigentliche Verkaufssatz. Wer schon mal eine Stunde in einer Hotline-Schleife hing, während die Kanzlei stillstand, kauft genau das.
Beraterin für Unternehmensnachfolge
Papier-Optik, ein einziger Satz in dunkler Schrift: „Ihr Betrieb soll Sie überleben.“ Mehr nicht.
Das ist riskant, weil der Satz nicht erklärt, was sie genau macht. Es funktioniert trotzdem, wenn der Slogan direkt darunter die Erklärung liefert. Banner und Slogan teilen sich dann die Arbeit, und genau da fallen viele Profile auseinander, weil das Banner das eine verspricht und der Slogan etwas völlig anderes erzählt. Wie Sie den Slogan so bauen, dass er zum Banner passt, steht in unserem Artikel zum LinkedIn Profil-Slogan.
Und wenn Sie keine Lust auf Canva haben?
Ein Banner ist in einer Stunde gebaut, sobald der Satz steht. Der Satz ist die eigentliche Arbeit, und an dem hängen die meisten fest, nicht an der Grafik.
Wenn Sie das ganze Profil angehen wollen und wissen möchten, ob Besucher in drei Sekunden verstehen, was Sie anbieten, hilft Ihnen unsere Checkliste zum LinkedIn Profil optimieren. Und wenn Sie es lieber abgeben: In der LinkedIn-Profiloptimierung entwerfen wir das Banner gemeinsam mit Slogan und Info-Text, damit oben auf Ihrem Profil alles dieselbe Geschichte erzählt.